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Atatürk Straße

Wirtschaftliche Beziehungen
Die deutsch-türkischen Beziehungen wurden durch einzelne Persönlichkeiten besonders befördert.
So bemühte sich der äußerst türkeifreundliche Journalist Dr. Ernst Jäckh (1875–1959), der fest an den
Reformwillen und die Zukunft der Türkei glaubte, sehr darum, Deutschland dem Osmanischen Reich
näher zu bringen und damit die durch den deutschen Kaiser angestoßene Freundschaft, die
wirtschaftlichen Beziehungen und eine eventuelle politische Bündnispartnerschaft voranzubringen.
– Reise einer fünfzigköpfigen Delegation nach Hamburg. Besuch von Blohm und Voss, Hagenbeck,
Elbtunnel sowie ein Festmahl durch die Handelskammer
– mittlerweile Konsul eingesetzt (kein hamburgischer Kaufmann auf Honorarbasis mehr)
– Hamburger Firmen unterhielten eigene Kontrolleure in den Häfen der Schwarzmeerküste

– Import von Früchten und Nüssen sowie weitere Importware direkt nach Hamburg
– Besondere Beziehungen zum Osmanischen Reich in jenen Jahren hatte die Hamburgische Werft
Blohm und Voss. Sie war seit der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert in der Türkei durch die
Firma Walter Berghaus vertreten.
– 1924 wieder Zulassung der Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland
-Die Türkei war sehr interessiert an der Wiederaufnahme der Beziehungen zu Deutschland. Auf ihr
Betreiben hin konnte bereits am 3. März 1924 ein deutsch-türkischer Freundschaftsvertrag
abgeschlossen werden. Der Austausch von Botschaftern folgte kurz danach. Der deutsche
Botschafter Rudolf Nadolny (1873–1953) war einer der ersten ausländischen Diplomaten, der in die
neue Hauptstadt Ankara zog. Bereits 1924 wurde ein großes Grundstück auf dem Weg nach Çankaya
für den zukünftigen Botschaftsbau erworben. Im selben Jahr wurde vom Hamburger Hafen aus ein
Holzfertighaus in die Türkei verschifft, das dann das erste Botschaftsgebäude darstellte.

 

– Deutschland war dann das erste Land, das einen Handelsvertrag auf der Basis der
meistbegünstigung mit der Türkei abschloss. Damit wurde eine Handelspartnerschaft begründet, die
– wie schon erwähnt – durch die Störungen der Weltwirtschaft eher begünstigt als beeinträchtigt
wurde und Deutschland bereits 1932 wieder zum wichtigsten Handelspartner der Türkei machte.
– Die Werft Blohm und Voss baute wie bereits vor dem 1. Weltkrieg wieder Schiffe für die Türkei –
eins davon hatte besondere Bedeutung: 1931 lief bei Blohm und Voss die Yacht „Savarona“ vom
Stapel, die Atatürk als Rückzugs- und Erholungsort benutzte. Später war sie dann türkisches
Staatsschiff, und gegen Ende ihrer Dienstzeit wurde sie als Marine-Schulschiff benutzt.
– Die Stadtplanung für die neue Hauptstadt Ankara, die in ganz kurzer Zeit von einem ärmlichen
Provinznest mit ein paar Tausend Einwohnern zur repräsentativen Großstadt wuchs, wurde dem
deutschen Hochschulprofessor Herrmann Jansen übertragen. Viele öffentliche Gebäude in Ankara
wurden von deutschen und österreichischen Architekten errichtet, die vom Bauhaus-Stil beeinflusst
waren.
– Aus Hamburg emigrierte 1934 der Chemiker Fritz Arndt (1885–1969), der bereits 1915 für drei Jahre
in Istanbul gelehrt hatte, in die Türkei. Er wurde Direktor des Chemischen Instituts der Universität
Istanbul und blieb dort, bis er 1955 wieder nach Hamburg zurückkehrte. 1938 emigrierte der
Hamburger Zoologe Curt Kosswig (1903–1982) nach Istanbul und lehrte dort bis zu seiner Rückkehr
nach Deutschland ebenfalls im Jahr 1955.
Auch der Einfluss von Architekten aus dem deutschsprachigen Raum ist bis heute in den Städten der
Türkei nicht zu übersehen. Dazu trugen nicht nur der bereits erwähnte Stadtplaner Jansen und die
Architekten Bruno Taut und Clemens Holzmeister bei, sondern zum Beispiel auch Gustav Oelsner
(1879–1956), der bis 1933 Stadtbaurat in Altona war und in Istanbul das Straßen- und
Verkehrskonzept für die wachsende Wirtschaftsmetropole erarbeitete.
-Im Zeitalter des Kalten Krieges betonte nun die westdeutsche Politik die Bedeutung der Türkei und
die Notwendigkeit, sie politisch zu unterstützten, um sie vor kommunistischem Einfluss zu bewahren.
Bundeskanzler Adenauer war höchstpersönlich ein Verfechter dieser politischen Linie. Zum Ausdruck
kam dies nicht zuletzt durch seine Mitgliedschaft in der „Deutsch-Türkischen Gesellschaft“, die 1953
in Bonn durch Fritz Baade, einen ehemaligen Türkei-Emigranten, gegründet wurde. Diese
Gesellschaft, die heute noch in Bonn existiert, hatte über viele Jahrzehnte auch einen Ableger in
Hamburg.

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